Gesetzestreue: Zertifikate für Entsorgungsbetriebe

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Mit dem richtigen Zertifikat auf Nummer sicher

Recycling ist besser als Wegwerfen. Entsorgungsbetriebe unterliegen in Österreich strengen Regelungen (c) istock
Recycling ist besser als Wegwerfen. Entsorgungsbetriebe unterliegen in Österreich strengen Regelungen (c) istock

Beim Recycling und in der Entsorgung sind die Österreicher Weltmeister. Verantwortlich dafür ist eine strenge Gesetzgebung und deren Durchsetzung. Für die Entsorgungsbetriebe stellt die Einhaltung dieser Bestimmungen oft eine Herausforderung dar. Am besten wappnet man sich mit einem Zertifikat dafür, das in Österreich eigens für die Entsorgungsbetriebe geschaffen wurden: EFB und EFB+.

Entsorgungsbetriebe haben in Österreich eine Vielzahl von Auflagen zu erfüllen. Dafür sind die Umweltstandards in diesem Bereich hierzulande auch weltweit anerkannt und als führend zu bezeichnen. Um den diversen Auflagen nachzukommen, unterziehen sich die Unternehmen unterschiedlichen Überprüfungen. Somit stellt sich die Frage, welches System am besten geeignet ist, um beruhigt den eigentlichen Geschäften nachzugehen. Die Auswahl reicht von der klassischen Norm ISO 9001 bis hin zu fachspezifischen Zertifikaten. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift als Entsorger optimalerweise auf eine Zertifizierung zurück, da diese jedenfalls die fachspezifischen Anforderung abdeckt. Die klassische ISO 9001 vermag allgemeine Richtlinien zur Unternehmensoptimierung zu geben, den Anforderungen der Branche kann sie aber nicht nachkommen. Dafür wurde sie aber auch nicht entwickelt.

 

EFB+ = EMAS

Was viele Betriebe immer noch nicht wissen: Seit 2012 können zertifizierte Entsorgungsbetriebe die EFB plus Zertifizierung (EFB+) durchführen und sind damit national der EMAS gleichgestellt. Mit der gesetzlichen Verankerung wurde Österreichs bewährtes freiwilliges Qualitätssicherungssystem der Entsorgungswirtschaft nochmals aufgewertet. „Österreich liegt in der Abfallwirtschaft im internationalen Vergleich an der Spitze,“ formulierte Umweltminister Rupprechter anlässlich der Verleihung von EFB+ Zertifikate an mehrere österreichische Betriebe. Das EFB+ Zertifikat trägt dem voll Rechnung.

 

Wer zertifiziert die Betriebe?

Der V.EFB (Verein zur Verleihung des Zertifikates eines Entsorgungsbetriebes) wurde im Jahr 1999 vom VÖEB und vom ÖWAV gegründet; Im Jahr 2002 traten die ISWA Austria und im Sommer 2013 der WKO Fachverband für Abfall- und Abwasserwirtschaft als weitere Mitglieder hinzu. Mithin sind im V.EFB heute die wichtigsten Interessensvertretungen der Recycling- und Abfallwirtschaftsbranche als Mitglieder aber auch im Vorstand des V.EFB vertreten.

Die V.EFB Organisation besteht aus dem Vorstand, dem Fachbeirat, Gutachtern und einer Geschäftsstelle. Diese Gremien werden jeweils mit Experten beschickt, die alle einschlägigen Bereiche der Abfall- und Entsorgungswirtschaft repräsentieren. Dem V.EFB Fachbeirat obliegt dabei die Entscheidung über die Verleihung, Fortschreibung oder den Entzug des Zertifikates eines Entsorgungsfachbetriebes. Als Grundlage dafür dienen vom V.EFB-Gutachter erstellte, an den Fachbeirat weitergeleitete Begutachtungs- und Abweichungsberichte. Die zugelassenen V.EFB-Gutachter sind Umweltgutachter mit den spezifischen Branchenzulassungen der Abfallwirtschaft. Diese führen bei den Firmen vor Ort die Audits durch. So wird die Prüfung zum Entsorgungsfachbetrieb auf einem hohen Niveau sichergestellt. Das Motto des V.EFB bei der Auswahl der Entsorgungsfachbetriebe ist „Qualität vor Quantität“.

Mit der UMG Register Verordnung wurde der V.EFB gesetzlich verankert und ist der EMAS national gleichgestellt. Seither sind zwei Wege der Zertifizierung möglich: die Standardzertifizierung EFB sowie die EFB+ Zertifizierung. Letztere entspricht wie gesagt einer EMAS Gleichstellung in Österreich.

 

Entsorgungsbetriebe - besondere Anforderungen

Die Anforderungen sind speziell für Unternehmen der Abfallwirtschaft und Recyclingbranche abgestimmt und betreffen:

  • Betriebsorganisation,
  • Rechtskonformität (Legal Compliance),
  • personelle Ausstattung,
  • Betriebstagebuch,
  • Versicherungsschutz und Risikobewertung,
  • Tätigkeit (Beauftragter, Dritter),
  • Zuverlässigkeit des Betriebsinhabers,
  • Zuverlässigkeit der verantwortlichen Personen,
  • Mengenstromdarstellung,
  • Aus- und Weiterbildung der verantwortlichen Personen.

Eine Prüfliste, die sowohl intern als auch beim externen Audit zur Anwendung kommt, garantiert, dass keine wesentlichen Punkte übersehen werden.

 

Warum EFB?

Ein EFB-zertifizierter Betrieb garantiert einem potenziellen Auftraggeber, dass er ein exaktes Regelwerk befolgt, welches für Rechtssicherheit, eine Optimierung der Betriebsabläufe und eine transparente Betriebsorganisation steht. Sieben Gutachter-Organisationen mit mehr als 20 Gutachtern überprüfen die Einhaltung für den V.EFB.

Bestehende Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme, die von Unternehmen durch Zertifizierungen oder Validierungen bereits eingeführt wurden, werden durch den EFB fachspezifisch ergänzt, denn ISO 9001 beziehungsweise ISO 14001 gelten allgemein für Betriebe des Produktions- und Dienstleistungsbereiches und sind nicht explizit für die Abfallwirtschaft konzipiert.

Ein weiterer großer Vorteil ist die Berücksichtigung des EFB–Zertifikates in Ausschreibungen öffentlicher und privater Auftraggeber. Somit wird ein hoher Qualitäts- und Umweltstandard bei der ausgeschriebenen Leistung gewährleistet. Die V.EFB-Zertifizierung kann im Rahmen von Eignungs- und Auswahlkriterien Berücksichtigung finden.

 

Hilfe durch den V.EFB

Basierend auf Rechtsgutachten renommierter Vergaberechtsspezialisten stellt der V.EFB als Hilfe und Unterstützung Textbausteine für ein- und zweistufige Ausschreibungsverfahren zur Verfügung, die sich bereits in bisherigen Vergabeverfahren bewährt haben. Die Textbausteine werden unter www.vefb.at zur Verfügung gestellt. Bei der Verwendung ist natürlich auf die gewählte Vergabeart Rücksicht zu nehmen.

Die V.EFB Zertifizierung wurde bereits in folgenden Gesetzen und Verordnungen berücksichtigt und mit Vorteilen bedacht:

  • UMG durch Register VO,
  • AWG und AWG Novelle Industrie,
  • EEffG,
  • Umweltinspektionsplan.

 

Lieber gleich EFB+

Die Eintragung in das nationale UMG Register bedeutet eine gesetzliche Gleichstellung zur EMAS-Zertifizierung. Betriebe scheuen aber immer wieder davor zurück, sich nach EFB+ zertifizieren zu lassen. Wir haben die wichtigsten Schritte und Argumente für eine Zertifizierung nach EFB+ für Sie zusammengefasst:

Mit der Kundmachung der UMG Register VO wurden die Anforderungen für Organisationen, die zu EMAS gleichwertige Umweltmanagementsysteme anwenden, geregelt. Die Anforderungen gem. §3 UMG Registerverordnung betreffen:

  • Vorlage eines von einem EMAS-Umweltgutachter validierten Berichts
  • Vorlage einer von einem EMAS-Umweltgutachter unterzeichneten Zertifizierungsempfehlung, eines gültigen V.EFB-Zertifikates, das auf Basis der Regelungen über die Anforderungen an Entsorgungsfachbetriebe (RAEF) ausgestellt wurde sowie eine Stellungnahme des V.EFB Beirates zum gemäß § 4 erstellten Bericht beziehungsweise
  • Nachweise über die Zahlung des für das Führen der Register durch das Umweltbundesamt als Dienstleister anfallenden Aufwandersatzes.
  • Welche Anforderungen werden an den vorzulegenden Bericht gestellt?
  • Klare und unmissverständliche Beschreibung der Organisation, eine Zusammenfassung ihrer
    Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen sowie gegebenenfalls der Beziehung zu etwaigen Mutterorganisationen,
  • Beschreibung der Umweltpolitik der Organisation und des umweltbezogenen Managementsystems,
  • Beschreibung aller bedeutenden Umweltaspekte,
    die zu bedeutenden Umweltauswirkungen des Betriebes führen und Erklärung der Art der auf diese Umweltaspekte bezogenen Auswirkungen,
  • Beschreibung der Umweltzielsetzungen und -einzelziele im Zusammenhang mit den bedeutenden Umweltaspekten und -auswirkungen,
  • Zusammenfassung der verfügbaren Daten über die Umweltleistung, gemessen an den Umweltzielsetzungen und -einzelzielen des Betriebes und bezogen auf die bedeutenden Umweltauswirkungen.
  • Sonstige Faktoren der Umweltleistung, einschließlich der Einhaltung von Rechtsvorschriften im Hinblick auf ihre bedeutenden Umweltauswirkungen,
  • Bezugnahme auf die geltenden Umweltvorschriften,
  • Name und Akkreditierungs- oder Lizenznummer des EMAS-Umweltgutachters und Datum der Validierung.

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