ÖVQ-Benchmark-Meeting

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Industrie 4.0

ÖVQ-Benchmark-Meeting (c) ÖVQ
ÖVQ-Benchmark-Meeting (c) ÖVQ

Am 9. November 2017 trafen sich rund 30 Qualitätsexperten aus mehreren Unternehmen beim 11. Benchmark Meeting der ÖVQ.
Das gastgebende Unternehmen war diesmal die Firma Poloplast in Leonding. Das Thema lautete „Industrie 4.0 in der Rohr- und Formstückproduktion“.

Das 11. Benchmark-Meeting der ÖVQ (Österreichische Vereinigung für Qualitätssicherung) wurde eröffnet von Univ.-Prof. Dr. Jürgen Miethlinger (technischer Geschäftsführer der Poloplast Gruppe) mit einer Vorstellung der Poloplast Gruppe. Einleitend sahen die Teilnehmer den Imagefilm „50 Jahre Poloplast“, der die langjährige Firmengeschichte eindrucksvoll zeigt. In einer kurzen Firmenpräsentation stellte er wichtige Eckdaten vor und beantwortete dann die Frage, was Innovation und Qualität bei Poloplast bedeutet. Als Beispiel für Innovation sahen die Teilnehmer dann das „XS-Movie“, in dem die Entstehungsgeschichte des revolutionären Rohrsystems POLO-KAL XS dargestellt wird.

Im Anschluss referierte der eingeladene Key Note Speaker Univ.-Prof. Dr. Erik Hansen zum Thema „Internet der Dinge, Service-Geschäftsmodelle und Kreislaufwirtschaft: Thesen zu Konvergenz“. Seine Kernbotschaft: Die steigende Digitalisierung von Prozessen und Produkten und deren Vernetzung im Internet of Things (IoT) fordert Hersteller zunehmend im Bereich der Dienstleistungsinnovation aktiv zu werden. So kann die Qualität von intelligenten Produkten durch Fernüberwachung, -steuerung, und -wartung erhöht werden.

Das volle Potenzial von smarten Produkten kann aber häufig erst durch weitergehende, servicebasierte Geschäftsmodelle wie beispielsweise Miete, Leasing, Pay-per-Use und Sharing gehoben werden. Durch die bessere Steuerung der Produkte in der Nutzungsphase des Kunden dringen Unternehmen immer weiter nach vorne in der Wertschöpfungskette beziehungsweise im Produktlebenszyklus. Dies ermöglicht nach der Ausrangierung durch den Kunden oder dem Produktverschleiß in einem weiteren Schritt auch die Rückführung von Produkten und, daran angeschlossen, neue Geschäftspotenziale durch Wiederverwendung, Wiederaufbereitung (Remanufacturing) und Materialrecyclings. Diese ganzheitliche Abdeckung der Wertschöpfungsketten bis zum Lebensende von Produkten wird auch zunehmend durch Qualitäts- und Umweltmanagementsysteme – Stichwort „Lebenswegbetrachtung – eingefordert. Insgesamt können digitale Produkte als der Einstieg in ein wertschöpfungsübergreifende Steuerung und Verbesserung von Produktlebenszyklen verstanden werden. Zahlreiche organisatorische und sicherheitsbezogene Herausforderungen sind jedoch in der Transformation zum „smarten Dienstleister“ zu meistern.

Im Anschluss an den Vortrag von Hansen stellte Miethlinger die LIT Factory – die smarte Forschungsfabrik des Linz Institute of Technology der Universität Linz kurz vor. Am JKU Campus entsteht bis zum Jahr 2019 ein internationales Lehr- und Forschungszentrum für Produkt- und Produktionsprozessforschung.

Danach sprach Dieter Schuster, MBA (Leitung Produktion und Einkauf bei Poloplast) über die „Smarte Produktion bei Poloplast“. Die Kunststoffbranche arbeitet eifrig an der digitalen Vernetzung der Maschinen, Peripheriegeräte sowie Sensoren und versucht dies als Standard zu definieren. Nach einem kurzen Input über die Automatisierung und Digitalisierung allgemein, zeigte Schuster, welche Themenschwerpunkte Poloplast bei der Umsetzung einer smarten Produktion begleitet haben und zukünftig noch begleiten werden:

MES (Manufactoring Execution System) spielt in der Fabrik der Zukunft eine Schlüsselrolle, ohne einem MES-System kann die „Smarte Produktion“ nicht realisiert werden. Bei Poloplast ist bereits ein MES-System implementiert, die ersten Schritte in Richtung smarte Produktion wurden ebenfalls schon umgesetzt, etwa Automation durch Linear- und Knickarmroboter sowie durch kollaborierende Roboter, umweltschonende Produktion durch laufende Energieeffizienzmessung und Ressourceneffizienz – bei Poloplast wird tatsächlich nur eni Prozent des Ausschusses entsorgt.

Auch die Roadmap in die digitale Poloplast-Zukunft stellte Herr Schuster vor: Themen wie fahrerlose Transportsysteme, der Griff in die Kiste sowie additive Fertigung werden bei Poloplast bereits aktiv bearbeitet.

Abschließend referierte DI Markus Nösterer (Integriertes Management und Prozessoptimierung bei Poloplast) über „Ausgewählte Smarte Projekte bei Poloplast“. Er stellte Projekte vor, die bei Poloplast zu signifikanten Verbesserungen im Produktionsbereich geführt haben:

Das MES-System MPDV - Hydra, womit Poloplast die Transparenz der Fertigungsabläufe in der Produktion deutlich erhöht hat (Thema „Papierlose Produktion“), Kamerasysteme bei der Qualitätskontrolle - eine inline Kamera-Kontrolle kritischer Bauteile direkt beim Fertigungsprozess – damit konnte bei Poloplast die bisher schon niedrige Reklamationsrate noch einmal deutlich reduziert werden, Kollaborierende Roboter, die bei Fertigungsprozessen unterstützen oder eine Automatische Verpackungsanlage.

Mit allen diesen neuen digitalen Systemen hat Poloplast - ganz im Sinne des Slogans „Gut ist uns nicht gut genug“ - die ersten Schritte in eine smarte Produktion der Zukunft realisiert. Zum Abschluss der Veranstaltung ging es für die Teilnehmer zu einer gemeinsamen Führung durch die Produktion, wo die vorgestellten Projekte dann auch in der Realität besichtigt werden konnten.

Die Feedbacks der Teilnehmer nach der Veranstaltung waren sehr positiv: „Die Vorträge waren sehr interessant und auch Gratulation an Poloplast zum Unternehmen. Sehr kompetente Führungskräfte und Mitarbeiter und ein beeindruckender Werksrundgang“

„Die Präsentationen seitens Professor Miethlinger und Poloplast fand ich sehr inspirierend. Ein kompakter Einblick in die pragmatische Realität ausgeprägter Automatisierung unter Nutzung moderner Fertigungs- und Steuerungstechnologie.“

„Das Thema von Professor Hansen mit der „circular economy“ passte gut zur Präsentation dieser Firma, die bereits mit der Rückholung des Altmaterials angefangen hat, diesen Weg zu beschreiten, und zeigte weitere Möglichkeiten und Entwicklungen auf.“               

 

Weitere Informationen zu den ÖVQ-Benchmark-Meetings gibt es bei Mag. Barbara Mayr
(barbara.mayr@qualityaustria.com).

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