Effizienz durch Fuhrparkmanagement

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Fuhrpark, modern gemanagt

Fuhrparkmanagement (c) colourbox
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Ein Fuhrpark stellt bei vielen Unternehmen einen Kostenfaktor dar. Q1 führte ein Interview zum Thema „modernes Fuhrparkmanagement“ mit Gwénael Cevaer, General Manager Arval Österreich.
Interview: Peter R. Nestler

 

Q1: Fuhrparkmanagement ist bei vielen noch immer bekannt als reines Verwaltungsinstrument. Unternehmen verlangen aber heutzutage auch in diesem Bereich deutliche Einsparungen und mehr Effizienz. Wie würden Sie ein modernes Fuhrparkmanagement umreißen, welche Kernelemente enthält es und welche Instrumente kommen dabei zum Einsatz? 

Gwénael Cevaer: Modernes Fuhrparkmanagement bedeutet Beratung in strategischen Fragen einerseits und flexible Dienstleistungen andererseits. Firmenautos verursachen nämlich auch dann Kosten, wenn sie in der Garage stehen. Durch eine gute Flotten-Planung und effizientes Management können Unternehmen ihre Fuhrparkkosten um bis zu 30 Prozent senken. Übrigens, die häufigste Maßnahme, um Kosten zu senken, ist der bewusste Fahrzeugeinsatz.

Wir haben vor Kurzem eine Umfrage unter 300 heimischen Unternehmen durchgeführt, bei der wir herausgefunden haben, dass nur 23 Prozent der Firmen ihre Total-Cost-of-Ownership (TCO) analysieren. Dabei werden neben dem Kaufpreis auch der Treibstoffverbrauch, die Versicherungsprämien und die durchschnittlichen Wartungskosten berücksichtigt. Bei Arval gehen wir bereits einen Schritt weiter und arbeiten an Total-Cost-of-Mobility Analysen (TCM), bei der der Benutzer und nicht das Fahrzeug im Mittelpunkt steht. Dieser Ansatz berücksichtigt neben dem Dienstauto auch andere Transportmöglichkeiten wie Taxi, Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.

 

Q1: Unternehmenslösungen müssen heute frei skalierbar sein – inwieweit lässt sich ein modernes Fuhrparkmanagement an Unternehmensgrößen dynamisch anpassen und gleichzeitig trotzdem die gewünschten Effekte und Services abdecken?

Cevaer: Finanziell macht es für jede Unternehmensgröße Sinn, das Fuhrparkmanagement auszulagern – unabhängig von der Finanzierung. Gerade der interne Aufwand und die Kosten werden oft unterschätzt. Ein Rechenbeispiel: Für eine Flotte von 35 Fahrzeugen fallen im Jahr durchschnittlich 2.346 Belege an – Kauf, Versicherung, Tanken, Warten, Reifenwechseln, Reparatur und so weiter. Für die Bearbeitung dieser Belege kann man rund 550 Stunden Arbeitszeit kalkulieren. Das entspricht circa 31 Prozent der durchschnittlichen Nettoarbeitszeit eines Mitarbeiters. Geht man von einem Jahresgehalt von 32.000 Euro aus, würden die internen Kosten alleine 13.600 Euro ausmachen. Dazu kommen Kosten für Infrastruktur, Schulungen und nicht realisierte Einsparungen durch fehlendes Wissen, schwache Verhandlungspositionen und Ineffizienzen. Übrigens: Das Auslagern der Kommunikation mit Fahrern und Servicepartnern macht die Mitarbeiter überdies für die eigentlichen Unternehmensaufgaben frei.

Auch mit unseren Produkten kommen wir der gewünschten Flexibilität entgegen: Mit Arval Mid-Term Rental können Unternehmen Firmenautos zwischen ein und 24 Monaten mieten und jederzeit die Vertragsdauer flexibel anpassen. So sind Unternehmen in der Lage, flexibel auf Saisonschwankungen, Mitarbeiterfluktuation oder Projektänderungen zu reagieren.

 

Q1: Mit welchen Geschäftsprozessen interagiert das Fuhrparkmanagement und auf welcher Geschäftsebene beziehungsweise in welchem Geschäftsbereich sollte es idealerweise angesiedelt werden?

Cevaer: Die Entscheidung über die Anschaffung und Finanzierung von Firmenfahrzeugen ist – nicht zuletzt aufgrund der Dominanz von kleinen Unternehmen in Österreich – meist Chefsache. Davon abgesehen sind fast alle Abteilungen irgendwie mit dem Fuhrparkmanagement beschäftigt. Die Personalabteilung legt die Dienstwagenrichtlinie fest, die Abteilungsleiter verhandeln mit den einzelnen Mitarbeitern über die Details, der Einkauf holt Angebote ein und bestellt, die Rechtsabteilung meldet die Autos an und versichert sie, die Logistik kümmert sich um Reifenwechsel, die Rezeption organisiert Servicetermine, die Fahrer führen das Fahrtenbuch und geben Tankrechnungen an die Buchhaltung und so weiter.

 

Q1: Intern oder extern – die alte Gretchenfrage bei Services. Was sind die wichtigsten Gründe für ein extern betriebenes Fuhrparkmanagement und wie integriert sich dieses in die übrigen Geschäftsprozesse?

Cevaer: Die klassischen Vorteile von Outsourcing wie Zeit- und Kostenersparnis, professionelle Dienstleistungen und Skaleneffekte treffen selbstverständlich auch auf den Fuhrpark zu. Es ist schon längst Usus die Lohn- und Gehaltsverrechnung auszulagern, warum sollte man das Fuhrparkmanagement noch selber machen? Dazu kommen Vorteile wie zum Beispiel das Übertragen des Restwertrisikos auf Arval und das Schonen der Liquidität und des Kreditratings. Sobald das Fuhrparkmanagement auslagert wird, reduziert sich die interne Komplexität wesentlich. Meist sind nur mehr HR, die Buchhaltung und ein Fuhrparkverantwortlicher involviert. Alles andere übernimmt Arval.

 

Q1: Mit welchen Argumenten verkaufen Sie heute einem Neukunden ihr Fuhrparkmanagement?

Cevaer: Als führender Anbieter von Firmenflotten – weltweit managen wir über eine Million Firmenwagen – profitieren unsere Kunden von professionellem Management, innovativen Lösungen, detaillierten Analysen und Beratung in allen Mobilitätsfragen. Jeder Kunde hat ein eigenes Account-Team, bestehend aus Kundenbetreuer, Operation-Experten und Kfz-Techniker, die sich um Service, Reparaturen, Versicherungsangelegenheiten, Pannenhilfe, Reifen, Tankkarte und vieles mehr kümmern, und unser Driver-Desk ist 24/7 für die Fahrer da.

 

Q1: Wie gesättigt ist der österreichische Markt in Sachen Fuhrparkmanagement ihrer Ansicht nach – sowohl quantitativ als auch qualitativ?

Cevaer: Fuhrparkmanagement liegt in Europa voll im Trend und erreicht langsam Österreich. In Europa entscheiden sich bereits 28 Prozent der Unternehmen für Full-Service-Leasing, in Österreich sind es derzeit ungefähr fünf Prozent. Allerdings ist die Anzahl der Full-Service-Leasing-Verträge im ersten Halbjahr 2017 um 10,4 Prozent gestiegen. Das spiegelt sich auch im zweistelligen Wachstum von Arval Österreich 2016 wider, das stärkste in den vergangenen Jahren. Insofern erwarten wir, dass der Anteil von Full-Service-Leasing weiterhin stark ansteigen wird.

 

Q1: Wo wollen Sie mit Arval Österreich in drei bis fünf Jahren stehen?

Cevaer: Generell entwickeln wir uns von einem Full-Service-Leasing- zu einem Full-Mobility-Anbieter. Zum Beispiel können Unternehmen an uns das Fuhrparkmanagement ohne Fahrzeugfinanzierung auslagern. Damit ist das Management von der Finanzierungsfrage entkoppelt. Und erst vor Kurzem haben wir mit Integral Fleet eine in der Branche einzigartige Initiative gestartet. Diese Software ermöglicht es Unternehmen, die mit mehreren Leasinganbietern zusammenarbeiten, einen konsolidierten Blick auf ihre Flotte zu werfen. Darüber hinaus haben wir gemeinsam mit Samsung, Visa und anderen Partnern einen Innovation-Hub gegründet, der an modernen Zahlungsmethoden forscht. Das Projekt ist besonders im Hinblick auf vernetzte Autos und autonome Fahrzeuge interessant.     

           

Q1: Danke für das Gespräch!

 

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